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Syncro-Umbau – vom finnischen Schrottbus zum Allrad

Wie aus meinem 2WD-Multivan ein Syncro wurde: Spenderauto aus Finnland, neue Vorderachse, Syncro-Getriebe, Tank hinten und Eintragung – mit Teilenummern und allen Schweißarbeiten.

Umbau
Frühjahr 2025
Spender
T3 Syncro aus Finnland
Lesezeit
5 Min.
Fertig montierte Syncro-Vorderachse im T3

Schon beim Ausbau war mein Ziel ein Camper, der auch etwas offroadfähig ist. Im Frühjahr 2025 habe ich deshalb den großen Schritt gemacht und meinen 2WD-T3 auf Syncro umgebaut. Als Teilespender diente ein alter Syncro-Kastenwagen aus Finnland, dessen Karosserie am Ende beim Schrott gelandet ist.

Der Beitrag ist keine lückenlose Schritt-für-Schritt-Anleitung – dafür gibt es unten ein paar sehr gute Quellen. Ich zeige, was beim Umbau alles anfällt, welche Teile man braucht und wie ich die einzelnen Punkte gelöst habe.

Das Spenderauto

  • Finnischer T3 Syncro Kastenwagen, Erstzulassung März 1990
  • Motor: 1,6-l-Turbodiesel (JX) mit 69 PS

Was einen Syncro vom 2WD unterscheidet

Beim T3 Syncro gibt es grundlegende Unterschiede zum normalen T3. Die Syncros sind nicht komplett in Hannover entstanden: Eine halbfertige Karosserie ohne bestimmte Rahmenbleche und ohne Vorderachse ging nach Österreich zu Steyr-Daimler-Puch (SDP), wo der Allrad-Umbau passierte. Genau diese Unterschiede muss man beim Umbau nachholen.

Vorderachse

  • Achsträger vorn, an den Rahmen geschraubt
  • Lenkgetriebeblech 251 803 935 B – gibt es z. B. bei TH-Bus-Parts
  • Verstärkungsbleche im Rahmen für die Aufnahme des Achsträgers – gibt es z. B. bei Tygrys Syncro
  • Die komplette Achse: Stoßdämpfer, Federn, Stabilisator, Vorderachsgetriebe mit Sperre, Querlenker, Achsschenkel, Bremsen und Antriebswellen
  • Bremsleitungen an anderer Position
  • Schaltgehäuse und Schaltgestänge

Getriebe hinten

  • Anderes Getriebe: Syncro-Getriebe (AVK) mit Sperre
  • Getriebehalter
  • Halter für den Unterfahrschutz
  • Halter für Kupplungsleitung und Kühlmittelrohre

Tank

  • 70-Liter-Kunststofftank hinten
  • Tankeinfüllstutzen hinten
  • Tankhalteblech 253 801 551 – gibt es z. B. bei TK-Carparts

Sonstiges

  • Kardanwelle
  • Pneumatikleitungen für die Sperren
  • Schaltkonsole

Vorbereitungen

Bevor irgendetwas eingeschweißt wurde, habe ich alle Teile vom Spender aufbereitet.

Vorderachse

  • Alle relevanten Teile demontiert
  • Achsträger und Komponenten entrostet und sandgestrahlt
  • Alles neu lackiert
  • Gummilager, Traggelenke und Radlager neu eingepresst

Tank

  • Tankgeber überholt
  • Tankschläuche erneuert
  • Tank gereinigt

Kardanwelle

  • Kardanwelle überholt
  • Neue Kreuzgelenke
  • Neue Hardyscheibe zur elastischen Entkopplung
  • Neu lackiert

Getriebe

  • Vorderachsgetriebe: neue Viscokupplung, Sperre wieder gangbar gemacht
  • Syncro-Getriebe hinten (AVK) habe ich überholen lassen
  • Neues Öl und neue Dichtungen in beiden Getrieben
Zerlegtes Vorderachsgetriebe
Demontiertes Vorderachsgetriebe

Umbau der Vorderachse

Jetzt wird's ernst: Am Rahmen des 2WD muss einiges raus und einiges rein.

  1. 2WD-Bleche heraustrennen. Die Bleche, die beim Syncro nicht gebraucht werden, kommen raus.
  2. Rahmen öffnen. Der Rahmen wird aufgetrennt, damit die Verstärkungsbleche für den Achsträger hineinpassen.
  3. Verstärkungsbleche einschweißen. Sie nehmen später den Achsträger auf.
  4. Lenkgetriebeblech einschweißen und zusätzlich mit vier Schrauben M12 fixieren.
  5. Flachstahl einschweißen für die vordere Befestigung des Achsträgers, zusätzlich mit acht Schrauben M12 verschraubt.
  6. Bremsleitungen vorn neu verlegen.
  7. Halteblech der Kühlmittelrohre anpassen, damit die Kardanwelle durchpasst.
  8. Vorderachsgetriebe auf den Träger setzen und die Achse montieren.

Getriebe- und Tankaufnahme hinten

Getriebeaufnahme

Die Getriebehalter habe ich über Einschweißmuttern befestigt. Vorher habe ich kurz überschlagen, ob das überhaupt nötig ist:

Kurze Überschlagsrechnung

  • Getriebe: ca. 50 kg, Motor und Getriebe zusammen: ca. 130 kg
  • Das Getriebe hängt an sechs Schrauben M8 (8.8). Bei ca. 65 kg anteiliger Last sind das rund 10 kg pro Schraube.
  • Eine M8-Einpressmutter aus Stahl hält ca. 6.000 N.

Rechnerisch hätten Einpressmuttern also locker gereicht. Ich habe mich trotzdem für Einschweißmuttern aus Stahl entschieden, weil das ganze Gewicht nur auf einer 4 mm breiten Schulter aufliegt.

Jede Mutter bekommt zusätzlich einen Schweißpunkt als Verdrehsicherung.

Vorbereitete Bohrungen für die Einschweißmuttern
Vorbereitete Bohrungen für die Einschweißmuttern

Unterfahrschutz und weitere Bleche

  • Das Blech für den Unterfahrschutz sitzt in vorhandenen Bohrungen. Eine Bohrung habe ich zusätzlich gesetzt und mit einer Einpressmutter versehen.
  • Die Bleche für die Leitung zum Kupplungsnehmerzylinder und für die Kühlmittelrohre sind angeschraubt.

Tankhalterung

  • Tankhalteblech für die Aufnahme der Tankbänder vorbereitet, an acht Punkten punktverschweißt und an vier Punkten vernietet
  • Motorraum und Tankraum entrostet, lackiert und mit Dämmmatten versehen
  • Tankbänder entrostet und mehrfach neu lackiert
  • Tankbandhalterung im Motorraum wie original mit einer M8-Schraube am Blech befestigt

Tankeinfüllstutzen

  • Das Blech mit dem Einfüllstutzen habe ich aus dem Syncro herausgetrennt und in meine Karosse eingepasst.
  • Eingeschweißt, gespachtelt, geschliffen und lackiert
  • Bohrungen für Einfüllrohr und Entlüftungsleitungen gesetzt und neu abgedichtet
  • Rohre und Leitungen befestigt

Pneumatik und Elektrik

  • Pneumatikleitungen für die Sperren vorn und hinten verlegt
  • Druckspeicher wie original an Gewindestangen unter dem Auto befestigt
  • Elektrische Leitungen für Rückfahrlicht, Sperre hinten, Sperre vorn und Tankgeber verlegt
  • Die neue Stromleitung zum Tankgeber durch die alte ersetzt
  • Schaltpanel installiert

Und vom Spender blieb am Ende nur das hier übrig:

Eintragung

Damit der Umbau legal ist, muss er eingetragen werden. In den Papieren geändert wurden:

  • Antrieb: Allrad, also vier statt zwei angetriebene Räder
  • Gewicht
  • Bremsleistung
  • Achslasten
  • Vermerk „Syncro-Umbau“

Ohne diese Quellen wäre der Umbau deutlich zäher gewesen:

Teile habe ich unter anderem bei TH-Bus-Parts, Tygrys Syncro und TK-Carparts gefunden.

Fragen zum Umbau? Schreib mir – ich helfe gern weiter.